Wer mich schon länger begleitet, weiß: Ich liebe Sommerhochzeiten. Lange Abende, warmes Licht, entspannte Stimmung und das gemeinsame Feiern unter freiem Himmel – für viele Paare ist genau das die Vorstellung vom perfekten Hochzeitstag.
In den letzten Jahren hat sich allerdings etwas verändert.

Während früher Temperaturen um die 25 Grad als „heiß“ galten, begleiten mich heute immer häufiger Hochzeiten mit 35 Grad oder mehr. Mittlerweile gehören Hitzewellen, UV-Warnungen, kurze aber heftige Gewitter und Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke leider immer öfter zum Sommer dazu.
Als Hochzeitsfotografin erlebe ich diese Entwicklung hautnah. Und genau deshalb möchte ich euch mit diesem Beitrag ein paar Gedanken mitgeben – nicht, um euch von einer Sommerhochzeit abzuhalten, sondern damit ihr euren Tag möglichst entspannt genießen könnt.
Sommer ist nicht mehr gleich Sommer
Eine Hochzeit plant man oft ein bis zwei Jahre im Voraus. Das Wetter kann natürlich niemand vorhersagen, aber die Rahmenbedingungen haben sich verändert.
Früher bedeutete eine Sommerhochzeit meist angenehme Temperaturen und einen langen Abend im Freien. Heute müssen wir deutlich häufiger mit extremer Hitze rechnen.
Das betrifft nicht nur das Hochzeitspaar.
Auch eure Gäste, Kinder, ältere Familienmitglieder und alle Dienstleister verbringen oft zehn bis vierzehn Stunden draußen. Was morgens noch angenehm beginnt, kann sich zur Mittagszeit schnell zu einer echten Belastung entwickeln.

Es geht nicht darum, Angst zu machen
Ich möchte mit diesem Beitrag niemandem eine Sommerhochzeit ausreden.
Ganz im Gegenteil.
Auch heute entstehen im Sommer wunderschöne Hochzeiten mit einzigartigen Erinnerungen. Der Unterschied ist lediglich, dass die Planung etwas mehr Aufmerksamkeit verdient als vielleicht noch vor zehn Jahren.
Viele Herausforderungen lassen sich nämlich ganz einfach vermeiden – wenn man sie frühzeitig berücksichtigt.

Hitze beeinflusst mehr, als man zunächst denkt
Die meisten denken bei hohen Temperaturen zuerst daran, dass es eben etwas wärmer wird.
Tatsächlich hat Hitze aber Auswirkungen auf den gesamten Hochzeitstag.
Das Make-up hält unter Umständen nicht so lange wie gewohnt, Anzüge und Brautkleider werden deutlich wärmer, Blumen und Hochzeitstorten reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen und auch Technik arbeitet nicht unbegrenzt zuverlässig, wenn sie stundenlang in der prallen Sonne eingesetzt wird.
Dazu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen:
Auch die Stimmung verändert sich.
Wer mehrere Stunden bei großer Hitze in der Sonne sitzt, wird schneller müde, unkonzentriert und erschöpft. Gerade Kinder und ältere Gäste merken das oft besonders deutlich.

Gute Planung schafft Entspannung
Die gute Nachricht ist:
Fast alle dieser Herausforderungen lassen sich mit einer guten Planung entschärfen.
Manchmal reicht schon eine kleine Anpassung im Tagesablauf, ein schattiger Platz für die Trauung oder etwas mehr Flexibilität bei den Programmpunkten.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu planen.
Es geht darum, vorbereitet zu sein.

In den nächsten Beiträgen schauen wir uns das genauer an
Da dieses Thema mittlerweile so umfangreich geworden ist, möchte ich ihm eine kleine Blogreihe widmen.
Unter anderem geht es um folgende Fragen:
- Muss es überhaupt noch eine Hochzeit im Hochsommer sein – oder sind Ende August, September und Anfang Oktober inzwischen die angenehmere Wahl?
- Warum ich freie Trauungen zur Mittagszeit nur noch selten empfehle und welche Alternativen es gibt.
- Wie ihr eure Gäste, eure Dienstleister und natürlich euch selbst vor unnötigem Hitzestress schützt.
- Warum die schönsten Paarfotos oft nicht zur Mittagszeit entstehen.
Ich begleite inzwischen seit vielen Jahren Hochzeiten in ganz Bayern und habe dabei die unterschiedlichsten Wetterlagen erlebt – von Dauerregen bis zu Temperaturen weit über 35 Grad.
Eines hat sich dabei immer wieder gezeigt:
Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Aber wir können unseren Hochzeitstag so planen, dass wir mit den Gegebenheiten entspannt umgehen können.
Und genau darum soll es in den nächsten Beiträgen gehen.